Korsika 2011 (1)

GPS Daten:

13

Fotos:

107

Geocaches:

1

Samstag 28. Mai 2011
Bei nur 10 Grad und Regen starteten wir unsere Reise nach Korsika. Zuerst ins Lagerhaus auf die Waage. 2840 Kg. Na so was. Untergewichtig, wird sich noch ändern. Der meiste Stauraum ist noch leer. Der nächste Stop war im Ort. Wir brauchten die Vignette und von der Apotheke noch ein paar Dinge für die Reiseapotheke. In Weyer gingen wir in den Supermarkt. Kurze Zeit später waren unsere Stauräume gefüllt und der Kreditkarte und dem Bankkonto klar was in den nächsten Wochen auf sie zukommt. 🙂

Es regnete in strömen, kann nur mehr besser werden.

Vor Eisenerz sahen wir auf den Berggipfeln Schnee. Am Präbichl tobte kurz vor unserer Ankunft ein Schneesturm. Die Straße war frei, aber rundum lagen mehrere cm Schnee. Je weiter wir dann Richtung Süden kamen, besser wurde das Wetter.

Wir kamen gut voran und so erreichten wir am frühen Abend den Stellplatz in Spilimbergo (I).  Ein kostenloser Stellplatz mit V+E.

Am Stellplatz trafen wir Paul und Birgit mit ihrem Winnebago, sie warteten hier auf Freunde mit denen sie Italien bereisen wollen. Wir schwatzten eine Weile, tranken ein “Nußerl” bevor Corinna und ich in die Fußgängerzone spazierten.

Spilimbergo

Als wir uns schlafen legten sagte Corinna “Morgen bleiben wir etwas länger im Bett, wir haben ja Zeit” Geht klar, sind ja im Urlaub und Zeit haben wir wirklich genug.

Sonntag 29. Mai 2011
Nichts wurde mit lange im Bett. Der Pfarrer von der Kirche nebenan war da anderer Meinung. Um halb 7 rief er mit kräftigem Glockengeläut seine Schäfchen in die Kirche.
Na wenn wir schon mal wach sind, können wir auch gleich aufstehen.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Genua.
Kurz nachdem wir wieder auf der Autobahn waren, hatten wir Riesenglück. Rund 100 Meter vor uns verlor ein Autofahrer sein Fahrrad, welches er am Dachträger (befestigt) hatte. Es schlug mehrmals auf der Fahrbahn auf bis es auf der ersten Fahrspur liegen blieb. Zum Glück gab es noch sehr wenig Verkehr und ich konnte sofort auf die zweite Spur wechseln. Hätte Böse ausgehen können.
Nach ein paar Pausen erreichten wir um 14 Uhr 30 den Fährhafen in Genua.
Der Versuch auf die Nachmittagsfähre zu kommen schlug fehl. Fähre für Montag gebucht, also Montag fahren. Am Fährhafen wollten wir nicht stehen bleiben, also fuhren wir zu CP Genua Ost.

Ein Platz, der wirklich nur für eine Nacht gut ist. Am WC kein Papier und es stinkt. Dusche würden wir nicht ohne Schuhe betreten. Positiv waren die reifen Kirschen unmittelbar bei unserem Stellplatz.
23 Euro pro Nacht. Achtung! Nur Bargeld!
Alle Platznachbarn sahen wir am nächsten Tag auf der Fähre.

Montag 30. Mai 2011 Um 6 Uhr 30 verließen wir den Platz und fuhren wieder in den Fährhafen. Einchecken war dank der Buchungsbestätigung in wenigen Minuten erledigt. Man(n) braucht dazu nicht mal das Fahrzeug zu verlassen.
Unsere Fähre kam pünktlich in den Hafen. Kurze Zeit später war sie entladen und wir durften unser Fahrzeug am unterem Deck Parken. Schnell rauf auf das Sonnendeck und eine Liege reserviert.

LKW, Wohnmible und Motorräder sind verladen, nur noch die PKW müssen an Board. 

Die Abfahrt verzögerte sich etwas, wir mussten zuerst ein anderes Schiff in den Hafen lassen. All zulange kann es nicht mehr dauern. Der Kapitän hat schon die Maschinen angeworfen.

Wir lagen in unseren Liegen und genossen den sonnigen Tag. Als das Schiff aber Fahrt aufgenommen hatte, mussten wir in einen Windgeschützten Bereich gehen. Durch den Fahrtwind zog es kräftig.
Es war herrlich. Wolkenloser Himmel und Spiegelglattes Meer.

Unser Frühstück war nicht allzu üppig, darum gingen wir unter Deck um eine Kleinigkeit zu essen. Als wir wieder an Deck waren, waren unsere Liegen natürlich weg.
Also begnügten wir uns mit dem harten Deck.

Das GPS zeigt es. Wir pflügen mit rund 48 Km/h durch das Meer. Nach rund 3 Stunden Fahrt tauchte Korsika in einer leichten Dunstwolke auf. Um 14 Uhr waren wir dann am Fährhafen von Bastia.

Das entladen ging sehr schnell. Als wir die Fähre verlassen haben, fuhren wir Richtung Norden. Nach kurzer Zeit führte die Straße direkt am Meer entlang. Also blieben wir gleich mal stehen und warfen uns, gemeinsam mit ein paar Motorradfahrern, in die Fluten. Es war einfach herrlich. Glasklares Wasser, das überraschend warm war. Ein Stück weiter stand der erste Genueser Turm. Da mussten wir halten. Da liegt ein Geocache. Cache suchen, den Turm besichtigen und wieder ein Stück fahren.
Der Genueser Turm

Bevor wir unseren ersten Nächtigungsplatz anfuhren, gingen wir in den Spar einkaufen.
Kurz vor 17 Uhr erreichen wir U BARACAGHJU (Wer denkt sich solche Namen aus?)
Hier gibt es die Möglichkeit direkt am Strand stehen zu bleiben.
Ein kurzer Spaziergang führte uns am Strand entlang in die Ortschaft, wo wir uns in einem Restaurant ein Glas Wein kauften. Dabei wurde uns bewusst, dass wir hier nicht zu Alkoholiker werden würden. 1/8 Liter Rotwein 3,5 Euro. 🙁

Dienstag 31. Mai 2011
Am frühen Morgen wurde uns die Milch vor die Tür geliefert, ganz frisch. 🙂

Im Laufe des Vormittags setzten wir unsere Reise fort. Zuerst gab es wieder zwei Genueser Türme und nebenan eine Mühle zu besichtigen. Auch ein weiterer Geocache wollte gefunden werden.

Wir besichtigten auch die Mühle.

Die Mittagspause verbrachten wir in einer wunderschönen Bucht.

Bevor man in die Bucht runter fährt, sollte man sich vergewissern, dass alles gut verschlossen ist. Ansonsten könnte es sein, dass vor dem Vergnügen zuerst aufräumen angesagt ist. 🙂

Unser nächstes Ziel war die Bucht Saint Florent. Am CP d’Olzo verweilten wir ein paar Tage.
Sauberer Platz, wenn auch mit drei Sternen Überbewertet.
Italienische Führung, Besitzer spricht etwas deutsch, seine Frau gut englisch.

Mittwoch 1. Juni 2011
Wir planten den Besuch der Messermanufaktur von Jan Noel Guillaumin.
Das war vielleicht Spaßig. Wir hatten die genaue Adresse aber keiner konnte uns sagen wo das ist. (Einschließlich Helga, die Stimme vom TomTom)
Wir fragten zuerst am Ortsanfang von Oletta in einem Geschäft. Die konnten mit der Adresse nichts anfangen, obwohl sie zu dem Ort gehört! Die lieben Leute waren der Meinung wir müssen nach Vallecalle fahren. In Vallecalle, ca. 3 Km entfernt, schüttelte man den Kopf. Hier nicht. Es sei in Col San Stefano, ca. 1 Km entfernt. Stimmte auch nicht. Als wir so in der Gegend herumkurften, kamen wir auf eine wirklich enge Straße. Die D62 von San Michele Richtung Ostküste Bastia). Fahrverbot über 3,5 Tonnen und einer Länge von 6 Meter. PKW und Motorrad können nicht mehr aneinander vorbei. Da muss schon einer auf eine Ausweichstelle. Wir sind rund die Hälfte der Strecke gefahren, dann drehten wir bei einem Aussichtspunkt um. Hier braucht man um jede Kurve eine kräftige Hupe!

Man soll sich hier nicht täuschen lassen. Vom Fahrbahnrand bis zur Mittellinie sind es ca. 1,5 Meter!
Man kann es auf den Fotos nicht Richtig erkennen. Aber das war einmal ein Wohnmobil. Der Aufbau liegt rund 100 Meter höher als das Fahrgestell. Als wir die enge Straße verlassen hatten, fuhren wir direkt in den Ort Oletta. Auch hier wurde uns nicht geholfen, also gaben wir (vorerst) auf. Das nächste Ziel war die Kirche Saint Michel. Auch hier hatten wir Pech. Die Kirche wurde gerade renoviert und war hinter Gerüst und Plane versteckt. 🙁

Schade eine Woche zu spät. Wir fuhren zurück nach Saint Florent.

Als wir weiter durch diverse Geschäfte schlenderten, sahen wir Messer von der Manufaktur Guillaumin. Also fragten wir nochmals wo denn das sei. Wir konnten uns nicht verständigen, wurden aber in das Tourismusbüro verwiesen. Also dort hin. Natürlich geschlossen. 30 Minuten warten. Als die Dame kam, teilte sie uns mit, dass sie kein englisch spricht. Super und das in einem Tourismusbüro. Diese Probleme hatten wir weder in Montenegro, Albanien oder Bosnien Herzegowina. Wäre mal zu hinterfragen wer in welchem Land das höhere Bildungsniveau hat. Sie schaffte es aber in Oletta anzurufen und nachzufragen. Die Antwort war, wir müssen nach Vallecalle fahren. Das wiederum war falsch.
Wir gaben endgültig auf und fuhren zurück zum Campingplatz., wo wir uns am Abend eine Pizza aus dem Holzofen schmecken ließen.
Aber irgendwie war das Ganze doch nervig. Es kann doch nicht sein, dass die Korsen ihre eigenen Adressen nicht kennen. Spät abends bemühte ich dann nochmals den findigen Google und siehe da, ich bekam eine Telefonnummer.

Donnerstag 2. Juni 2011
Am morgen beim auschecken bat ich den CP Betreiber er möge doch mal anrufen und sich erklären lassen, wie wir zur Messermanufaktur kommen. Nach Beendigung des Telefonates zeigte er uns den Weg zu einem See. Dort sollen wir am Parkplatz nochmal telefonieren und dem Jean Noel sagen “Campingcar Autriche”. Er würde sich auskennen und uns abholen.
Gesagt getan. Kurz darauf standen wir am besagtem Parkplatz, telefonierten und nach wenigen Minuten kam ein junger Mann der uns zu verstehen gab wir sollen ihm folgen. Wir folgten ihm ein paar Kilometer bis er neben einer Wiese stehen blieb und wir das Wohnmobil abstellen sollten. Er deutete an, dass die nun folgende Straße nicht für Wohnmobile geeignet sei. Und damit hatte er vollkommen recht. Jeder Schmugglerweg über die Alpen ist in einem besseren Zustand. Zu Fuß ca. 1,5 Km.

Bei seinem Haus angekommen gingen wir in die Garage, die er zur Messermanufaktur umgebaut hatte. Als wir ihn fragten ob er heute arbeiten würde, zeigte er uns den Kalender. Schei.. heute ist Feiertag, wer denk im Urlaub an einen Feiertag!

Er zeigte uns aber die einzelnen Stationen, welche der Stahl durchlaufen musste, damit er zum Messer wird. Interessant und mit relativ einfachen Mitteln zu machen.

Zum Schluss zeigte er uns noch eine Kollektion seiner Messer. Echt tolle Arbeit, die auch ihren Preis hat. Unter 250 Euro geht mal gar nichts. Nach oben hin fast keine Grenzen.
Natürlich haben wir auch etwas gekauft. Das war auch der Grund warum wir dies Manufaktur so verbissen gesucht haben. Unser bester Freund feiert seinen 50zigsten Geburtstag. Er hat während wir auf Korsika sind und hat seine Geburtstagsfeier extra wegen uns verschoben, damit wir dabei sein können. Wir bedankten uns dafür mit einem besondern Geschenk. (Er sammelt Messer)
Bei Jean bedankten wir uns für die kostenlose Führung und auch er war erfreut, dass sich Österreicher die Mühe machten in zu suchen und zu besuchen.

Nachdem wir es nun doch noch geschafft haben die Messermanufaktur zu besichtigen, setzten wir unsere Reise Richtung Süden fort. Wir fuhren die wunderschöne Küstenstraße entlang. Schnelles Fahren geht hier nicht. Der Tacho zeigte selten über 40 Km/h. Alle fahren hier so. Um die Kurven besonders vorsichtig, aber alle fahren sehr diszipliniert. Immer wieder bleiben wir stehen um Fotos zu machen oder einfach nur um die schöne Landschaft zu genießen. Leider macht unser Fahrzeug immer mehr Probleme. der Magnetschalter vom Starter will nicht mehr so richtig. Darum getrauen wir uns nicht mehr irgendwo in der Botanik stehen zu bleiben. Wir hatten einfach Angst, dass wir das Fahrzeug nicht mehr starten können und die nächste Hilfe Kilometerweit weg ist.

Für alle, die enge Straßen nicht unbedingt bevorzugen. So Eng wie man gelegentlich ließt ist die Küstenstraße nicht. Immerhin fahren da auch 10 Meter lange Reisebusse. Wirklich acht geben muss man in den Kurven, ansonsten gibt es ausreichend Ausweichstellen.

In einem kleinen Ort hielten wir bei einem Minimarkt um uns Brot zu besorgen. Dabei sahen wir das Auto der örtlichen Feuerwehr. Sieht niedlich aus,aber bei den engen Gassen sicher von vorteil.

Am Abend erreichten wir den CP U Prunelli. ein netter Platz mit 2 schönen gepflegten Schwimmbecken, welche sofort getestet wurden. Als wir unseren Platz näher anschauten, bemerkten wir, dass wir direkt neben einem Maulbeerbaum standen. oh ihr süssen Dinger, ich werde euch vernaschen. 🙂

Freitag 3. Juli 2011
Jetzt haben wir die Bescherung. Unser Starter hat den Geist aufgegeben. Wir können nicht mehr starten. Mit dem Jeep vom Cp Betreiber werden wir angeschleppt. Schöne Schei…
In Propriano finden wir eine IVECO Werkstatt. Die Sekretärin erklärt uns in perfekten Englisch, das der Mechaniker erst um 14 Uhr zurückkommt und sich dann um unser Problem kümmert.
Na gut, werden wir eben 3 Stunden warten.. Wir gehen in einen Carrefour Supermarkt. Das WoMo parken wir am Straßenrand einer Bergstraße, so können wir zur Not das WoMo den Berg runter rollen lassen um es anzustarten. Nach dem Einkaufen lässt sich das WoMo starten und wir fahren zur Werkstatt. Der Mechaniker meint, dass er nichts tun kann. Wir brauchen einen neuen Starter.
Die Sekretärin macht sich schlau und berichtet uns, dass ein neuer Starter vom Festland am Montag hier sein könnte. Die Kosten samt Umbau wären 550 Euro. Da bekam ich aber schon große Augen. Wir können aber auch so nicht weiterfahren, also ordern wir den Starter. Termin zum einbauen, Montag 14 Uhr.

Wir suchen einen Campingplatz und werden kurz außerhalb der Ortschaft fündig. Ein netter Platz ohne jeden Komfort aber mit einem super Strand.

Einer der wenigen Campingplätzen an denen grillen mit Holzkohle am Zeltplatz erlaubt ist. Diese Gelegenheit nutzten wir gleich um uns gutes Essen in unserem *Dutch oven zu machen.

So verbrachten wir das Wochenende. Gutes Essen, guten korsischen Wein, baden.