Frankreich 2009 (1)

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18

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110

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1

Freitag 15.Mai 2009
Es ist soweit, unsere erste große Tour mit dem WoMo beginnt.
Geplante Abfahrt 15 Uhr. Das klappte nicht ganz. Corinna hatte am Vortag Geburtstag und kurz vor 15 Uhr kamen ein paar sehr gute Freunde zum Gratulieren. Da sie von der geplanten Reise wussten, hielten sie uns aber nicht lange auf.
Um 15 Uhr 30 war es dann soweit. Abfahrt.
Zuerst mal ins Lagerhaus, Gewichtskontrolle. Na schau mal an. 2870 Kg, das sind ja 230 Kg Untergewicht. Auch recht geht’s schneller.
Bevor es aber richtig losging mussten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Steyr einlegen. Dort kauften wir noch ein paar Dinge fürs WoMo.
Kurz vor 17 Uhr war es dann endlich soweit, das WoMo hatte Autobahn unter den Rädern. Daran sollte sich die nächsten 1000 Kilometer nichts ändern.
Kurz vor der Grenze bemerke ich, dass ich die Routenbeschreibung zu Hause vergessen hatte. (Hätte mich selbst gewundert, wenn ich alles eingepackt hätte.)
Also ran ans Handy und unsere Tochter Claudia angewiesen, die Datei in unsere Cloud zu laden. Bei der nächsten Gelegenheit aufs Lepi gespielt, Problem behoben.
Beim Grenzübergang Suben reisten wir nach Deutschland ein.
Über Passau, Regensburg, Nürnberg ging es Richtung Heilbronn. Als Tagesziel hatten wir uns den Autohof in Ansbach vorgenommen. Es gab aufgelockerten Verkehr und so schafften wir es wirklich nach 435 Kilometer um 21 Uhr 20 den Autohof zu erreichen.
Mittlerweile hatte es zum regnen angefangen, der die ganze Nacht anhielt und zeitweise sehr heftig war.

Samstag 16.Mai 2009
7 Uhr 30 Aufstehen, Körperpflege und Frühstücken im Autohof. Mehr Sonne als Wolken, schaut nicht schlecht aus.
Frühstücksbuffet, Rühreier mit Schinken, 3 große Kaffee 14,50 Euro. Ein Guter Preis für ein sehr Gutes Frühstück.
8 Uhr 30 eine mittelschwere Katastrophe.
Corinna räumt die Küche ab, ein Messer fällt zu Boden sie will es fangen und verletzt sich dabei schwer am linken Ringfinger. Ein gut 3 cm langer Schnitt tief ins Fleisch am ersten Fingerglied. Das an sich ist ja schon schlimm genug. Dazu kommt, dass sie wegen ihrem Herz stark Blutverdünnende Medikamente nehmen muss.
Eile ist geboten. Das Blut rinnt echt sehr stark. Ich laufe zur Tankstelle hole die Adresse vom Krankenhaus. Beim WoMo zurück sitzt Corinna weinend da. “Warum muss mir das passieren? Unser ganzer Urlaub ist verloren” Blödsinn. Ich beruhige sie erst mal, dann aber ab ins Krankenhaus.
Gut 20 min. später kümmert sich ein Arzt um sie. Während Corinna behandelt wird erledige ich die Formalitäten. Dank EU und ecard geht das ganze recht einfach.
10 Klammern und ein Druckverband sind notwendig um die Wunde zu versorgen.
Vorsorglich wird auch eine Tetanus Spritze verabreicht. Impfpass – natürlich zu Hause. Kommt sofort auf die Packliste.
Mit der Unterweisung wie der Finger weiter behandelt werden muss (Druckverband abnehmen, Verband Wechsel), verlassen wir um 9 Uhr 15 das Krankenhaus.

Wieder rauf auf die Autobahn. Bei Heilbronn stehen wir wegen einer Baustelle 5 Km im Stau. Bis zur französischen Grenze, die wir um 15 Uhr 45 erreichen, macht der Verkehr dann keinerlei Probleme. Während einer Pause ist Corinna schon wieder etwas entspannter.

Besancon
In Besancon ist die Besichtigung der Zitadelle geplant. Dort angekommen versuchen wir einen Parkplatz zu bekommen. Die im Internet eruierten Koordinaten führen uns zu einer weniger schönen Wohnsiedlung. Also auf die Augen verlassen. Wir finden Parkplätze. Aber alle zum bersten voll. Ein Schild (natürlich französisch) irgendwas mit Bus. Kombiniere Busparkplatz. Schild folgen. Nach kurzer Fahrt mussten wir feststellen, dass dieses Schild wohl bedeutet, dass hier kein Bus fahren soll. Es wurde eng, sehr eng. Dann ging es um Kurven, die mit dem WoMo nur zu machen waren, nachdem man den Rückwertsgang bemühte.
Enge Strassen bauen können sie die Franzosen. 😉
Wieder ein Parkplatz gefunden, wieder voll.
Kurz beraten. Es hat keinen Sinn einen Parkplatz zu suchen, der ewig weit weg von der Zitadelle ist. Corinna kann mit ihrer verletzten Hand nicht Stundenlang gehen.
Radfahren geht auch nicht, also Besichtigung gestrichen. Weiter in Richtung Puy de Dome. Bevor wir aus der Stadt rauskommen erfahren wir auch warum alle Parkplätze voll sind. Ein riesiger Vergnügungspark hat tausende von Besucher angezogen.
Pech für uns.

Wir suchen zum Übernachten einen Routier.
Wir finden einen. Für den Parkplatz werden 10 Euro verrechnet. Dafür darf man die Duschen benützen und bekommt einen Gratis Kaffee.

Sonntag 17.Mai 2009
8 Uhr. Wir wollen die Dusche und den Gratis Kaffee in Anspruch nehmen. Das sieht aber nicht gut aus. Man hat am Vortag vergessen uns zu sagen, dass Sonntags erst um 9 Uhr geöffnet wird. (normalerweise von 5 bis 24 Uhr)

Der geschlossene Routier
Was tun?
Eine Stunde warten bis der Routier aufsperrt, selbst ein Frühstück machen oder ein Stück fahren und dann ein Frühstück kaufen? Corinna will frisches Baguette. Also rein ins WoMo ein Stück fahren.
Wir fahren auf eine Autobahnstation, besorgen uns Baguette und machen uns das Frühstück selbst. Die Sonne lacht vom Himmel es ist warm und ein super Picknickplatz vorhanden. Da wollen wir nicht im Restaurant sitzen.

Nach dem Frühstück setzten wir unsere Reise fort.

Unser nächstes Ziel: Puy de Dome
Der Vulkan Puy de Dom liegt südlich von Clermont – Ferrand. 
Mit seinen 1465 Metern Höhe überragt der von weitem sichtbare Berg die ganze Umgebung.
PKW dürfen den Berg befahren, WoMo müssen unten bleiben. Es gibt aber ausreichend gekennzeichnete Stellplätze. Einer Übernachtung dürfte hier nichts im Wege stehen. Haben keine Schilder bemerkt, welche das untersagen würden. Sicher sehr ruhig. 
Für alle die den Berg nicht zu Fuß erklimmen wollen, gibt es einen Bus Transfer. (Bus Transfer nur Sonntags!)
Kosten 4,20 Euro, rauf und runter. (Oder nur rauf oder nur runter, je nach belieben. Kommt dann billiger 🙂

Der Wind pfiff hier ganz ordentlich um die Ohren. Wir machten einen Rundgang und nahmen den nächsten Bus nach unten.

Nächstes Ziel ist die nähe von Montignac. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben.
Aus dem ACSI Führer suchten wir uns einen Campingplatz.
Bevor wir diesen erreichten brauchte unser WoMo noch Diesel. Bei der vielen Gegend die es hier gibt gar nicht so einfach. In Montignac fanden wir einen Intermache mit Tankstelle. Diese Supermärkte sind sehr zu empfehlen, da hier der Diesel wesentlich billiger ist als an den normalen Tankstellen. Weiters Plus. Tanken fast überall rund um die Uhr mit Visa Karte (mit Pin Code) oder Maestro Karte.

Dann lotste uns unser TomTom zum Campingplatz.
Hätte dieses beharrliche Ding nicht dauern darauf bestanden die Strasse (?!) zu befahren, wir hätten es vermutlich nicht getan. An einer Kreuzung fuhren wir nochmals Rückwärts zu den Schildern, um nachzusehen ob das wirklich stimmt. Wir konnten das nicht glauben. Es stimmte, also weiterfahren. (Wäre echt lustig anzusehen was passiert, wenn hier zwei Wohnwagengespanne aufeinander treffen)

Über den Campingplatz selbst darf man nichts Schlechtes sagen.
Sehr gepflegt, alle sehr freundlich.
Sprechen gut deutsch. 

Wir bekamen einen schönen großen Platz zugewiesen. Unsere Nachbarn sind Holländer, wie fast alle hier. Der Platz ist nicht nur unter holländischer Führung sondern auch fast ausschließlich mit Holländern belegt. Bei einem Rundgang sehen wir ein französisches WoMo und einen deutschen Wohnwagen. Ansonst gibt es hier nur Holländer.

Da bei der abendlichen Dusche Corinnas Finger nicht nass werden durfte, griffen wir auf eine bewährte Methode zurück.
Die “Lümmeltüte”

Der Beweis, dass man mit der “Lümmeltüte” nicht nur den Lümmel eintüten kann. 🙂

Montag 18.Mai 2009
Lascaux II
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Monignac zur Grotte Lascaux II, 
Bei dieser Höhle handelt es sich um einen Nachbildung von Lascaux I.
Die Höhle von Lascaux enthält einige der ältesten bekannten abbildenden Kunstwerke der Menschheitsgeschichte.
Die Höhlenmalereien entstanden zwischen 17.000 und 15.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung und stellen hauptsächlich realistische Abbilder von größeren Tieren dar, die zu dieser Zeit gelebt haben.
Die nachgebaute Höhle ist sehr realistisch. Optisch kann man fast keinen Unterschied zu einer echten Höhle erkennen. Nur wenn man gegen den “Fels” klopft, erkennt man den Unterschied.
Das faszinierende an den Malereien ist die Darstellung der Objekte, meist Tiere.
Die Steinzeitkünstler haben die Konturen des Felsens genutzt um ihre Bilder plastisch darzustellen. Die Farben sind so gewählt, das sie bei der Richtigen Beleuchtung einen 3 D Effekt haben. Wenn man bedenkt, dass die Beleuchtung damals mehr als schlecht war, ist das an sich schon eine Kunst.
Weiters mußten die Künstler Helfer haben. Viele der Kunstwerke sind in Höhen, die man ohne Gerüst nicht erreichen kann.
Echt faszinierend.
Da man hier peinlichst darauf achtete das nicht fotografiert wird, gibt es hier keine Fotos.
Wir würden die Grotte als absolut sehenswert einstufen.

Anschließend fuhren wir nach Peyzac-Le-Moustier.
Auf den Weg dorthin sahen wir eine schöne Kirche, die wir uns ansahen.

Saint Leon
Ein sehenswertes Bauwerk.

Sehenswert auch die engen Gassen von Saint Leon, mit den liebevoll errichteten Mauern. Parken unweit der Kirche, hier gibt es auch eine Entsorgerstation.
Nach einem kurzen Rundgang fuhren wir zu unserem Ursprünglichen Ziel weiter

La Roque Saint Christophe.
Die Felsenstadt. 

Der Felshang Roque Saint-Christophe ist über einen Kilometer lang und überragt die Straße um gut hundert Meter. Die 5 Terrassen wurden vom Fluß Vezere in Millionen von Jahren gegraben. In dem Felsüberhang fand man über 25.000 Jahre alte Reste aus dem Gravettien. Belegte Besiedelungen gibt es aus der Jungsteinzeit (25. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) und für die späte Bronzezeit (ungefähr 17. bis 19 Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung). Aufzeichnungen für Roque Saint-Christophe gibt es ab 976. Da ließ der Bischof Frontaire de Perigueux zum Schutz der Bevölkerung vor normannischen Überfällen eine Festung bauen. Während des Hundertjährigen Krieges (1337 – 1453) wurde die Festung zur Befestigungsanlage gegen die Engländer ausgebaut und diente im 16. Jahrhundert als Zufluchtsort für Protestanten.
1588 befahl der katholische französische König Heinrich III, die Vertreibung der Protestanten und die vollkommene Zerstörung der Bauten und Befestigungsanlagen.

Um sich die Dimensionen besser vorstellen zu können noch ein paar Fakten. Der natürliche Abri ist über 300 Meter lang und ist der größte Freiluftabri Europas. Hier wohnten bis zu 1000 Menschen.
Das muss man gesehen haben!
Unglaublich was die Menschen damals geleistet haben um diese Stadt aufzubauen.
Es gab Häuser, Geschäfte, Stallungen, Schmieden, Metzger, Kerker, Küchen, eine Kirche und sogar einen Tresor. Um das ganze zu beschreiben, müßte man ganze Seiten schreiben.
Am besten selbst ansehen. Hier ein paar Fotos.

Alle Fotos im Abo

Um das alles anzusehen muss man Minimum 1 Stunde einplanen. An der Kassa gibt es eine deutsche Broschüre für 2 Euro zu kaufen. Eine Ausgabe die sich lohnt. Eintritt: 7 Euro.

Dienstag 19. Mai 2009
Les Cabanes du Breuil
Steinhäuser 
Unweit von Sarlat findet man ein Freilichtmuseum, bei dem man schöne Steinhäuser bewundern kann.
Wenn man die Baukunst näher betrachtet, kann man nur Staunen. Die Hütten wurden in Trockenbauweise hergestellt (es wurde kein Mörtel verwendet). Die Wände sind bis zu 1 Meter dick.
Das Freilicht Museum ist von 10 – 19 Uhr geöffnet. Wir hatten das Pech, das wir schon kurz nach 9 Uhr dort waren. Es war niemand hier, die Steinhäuser sind aber Frei zugänglich.
Für Kinder gibt es hier Hasen und Enten zum Streicheln.
Also eine Runde gegangen Fotos gemacht und wieder abgedüst.
Als Entschädigung für das entgangene Eintrittsgeld, haben wir ein paar an der Kassa liegende bemalte Steine gekauft. (Geld in einer Schale hinterlegt)

Eintritt: 4 Euro, Dauer: Eher kurz, ca. 30 min. Ist trotzdem sehr nett anzuschauen.

Anschließend fuhren wir weiter nach Le Gouffre
Bevor wir aber unser Ziel erreichten kamen wir an einem Hallenmarkt vorbei, bei dem wir uns mit Ziegenkäse, Obst, Süßem, Wein und einer köstlichen Walnusstorte eindeckten.

Gouffre de Padirac
Schlund von Padirac
 
Vom Parkplatz aus  (hier gibt es ausreichen WoMo Parkplätze) geht man ein paar Minuten zur Grotte. Auf dem Weg dorthin kauften wir uns ein sehr gutes Eis.

Bei der Grotte angekommen beeindruckte uns das riesige Loch, dass sich direkt neben der Straße befindet. Der Durchmesser des Schlundes beträgt 33 Meter, Tiefe 75 Meter. Über 455 Stufen kommt man nach unten. (Es sind aber auch 2 Lifte vorhanden) Hinunter gingen wir die Treppen. Immer tiefer ging es ins Erdinnere. Wasser sprudelte aus dem Felsen. Wir konnten die ersten kleineren Kalkgebilde bewundern. Nachdem wir ein schönes Stück den vom Wasser ausgewaschenen unterirdischen Gang entlangspazierten, kamen wir zur Bootsanlegestelle. Hier mußten wir gut 15 Minuten warten, bis wir Platz in einem Boot fanden. Es waren 4 Boote mit je 11 Personen an Bord unterwegs. Die Bootsfahrt dauerte ungefähr 5 Minuten. Während der Fahrt auf dem Unterirdischem Fluß sahen wir weitere Kalksteinformationen. Am Ende der Bootsfahrt gab es eine Führung durch den restlichen Teil der Grotte. Hier sahen wir die schönsten Kalksteingebilde. Fotografieren ist in der gesamten Höhle verboten.
Aber mit etwas Geschick und einer guten Kamera kann man etliche Fotos machen (ohne Blitz) Ich habe mehr als 80 Fotos geschafft. 

Von Wasser und Kalk geformte Schönheiten
Also das hier hat uns bis jetzt am meisten beeindruckt. Derartiges haben wir bis jetzt noch nie gesehen. Dem das nicht gefällt hat nichts für Natur über.
Eintritt: 9 Euro, Dauer: ca. 1,5 – 2 Stunden.

Nachdem uns die Natur mit ihrem Bauwerk beeindruckt hatte, wollten wir uns von einem Bauwerk von Menschenhand beeindrucken lassen.
Wir fuhren nach Castelnaud.

Während einer kurzen Pause besichtigten wir eine kleine aber feine Kirche in Carsac.

Chateau de Castelnaud
Am späten Nachmittag trafen wir bei unserem letzten Tagesziel ein. Beim Chateau de Castelnaud.
Die Burg Castelnaud ist eine mittelalterliche Burg am Ufer der Dordogne und beherbergt ein Museum für mittelalterliche Kriegsmaschinen. Die Burg gilt als meistbesuchte Burg in ganz Südfrankreich.
Was soll man dazu sagen. Fotos anschauen oder besser selbst besichtigen.

Der Tag heute war äußerst interessant und verging viel zu schnell.
Wir hatten prächtiges, fast schon zu heißes Wetter (27°C)