Kroatien 2001

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3. August 2001 20 Uhr.
Endlich ist es soweit. Jeder ist voller Reisefieber, als der Zeitpunkt gekommen ist, an dem wir unsere Abreise nach Kroatien antreten. Auf der Fahrt über den Präbichl nach Klagenfurt und weiter Richtung Udine gab es nichts zu beanstanden. Wenig Verkehr, kein Stau schönes Wetter. Kurz vor Triest, es war 2 Uhr Früh, begannen die Probleme. Plötzlich leuchtete die Ladekontrolle auf, sekunden später leuchteten sämtliche Lampen am Armaturenbrett das Licht wurde schwächer und ein paar Kilometer weiter standen wir bereits auf dem Pannenstreifen. Zum Glück nur 250 Meter vor der Mautstelle. Ich wurde schlagartig an die Urlaubsfahrt vom vorigem Jahr erinnert. Sollte es in diesem Jahr wieder zu solchen Problemen kommen? Nein. Es war nicht so. Es war schlimmer! Mit einem flauen Gefühl im Bauch ging ich zur Mautstelle, dort konnte ich einem Karbinere verständlich machen, das wir einen Pannendienst benötigen. Dieser versprach das er in 20 Minuten eintreffen würde. Aus diesen 20 Minuten wurden 2 Stunden. Als er den endlich eintraf, erklärte er uns, er könne nichts machen und wir müssten in die Werkstatt. Er schleppte uns an und lotste uns in die zum Glück nur 3 Kilometer entfernte Ford Werkstatt. Da die Batterie aber fast leer war, mußten wir mit Standlicht durch die Dunkelheit fahren. Eine Fahrt die wir nicht wiederholen möchten. Auf dem Parkplatz der Werkstätte angekommen war es dann endgültig aus. Nichts ging mehr. Es war mittlerweile 4:30 Uhr, jeder war müde, aber schlafen konnte neben der dichtbefahrenen Strasse keiner. Um 8 Uhr, eine Stunde vor der offiziellen Öffnungszeit kam der Chef und dieser nahm sich gleich um unser Problem an. Er kein deutsch wir kein italienisch, halfen wir uns mit etwas englisch und viel Zeichensprache. Der Fehler war schnell gefunden, die Batterie ist defekt. Ohne lange zu überlegen baute er von einem neuen Focus die Batterie aus und bei uns ein. Nachdem ich 350.000 Lire (181€) bezahlt habe konnten wir die Fahrt fortsetzen. Es ist 9 Uhr und wer um diese Zeit schon mal durch Triest gefahren ist, weis was das bedeutet. Stau soweit das Auge reicht. Von Triest bis an die slowenische Grenze Stau. Das einzige positive das wir dem Stau abgewinnen konnten, waren ein paar schöne Blicke auf Triest.

Ein paar Blicke auf Triest

Das ging dann durch ganz Slowenien so weiter und auch in Kroatien änderte sich daran nicht viel. In Novigrad ca. 15 Km vor Porec fingen die Probleme von vorne an. Die Ladekontrolle leuchtete auf und das Spiel mit den Lichtern am Armaturenbrett wiederholte sich, bis wir dann vor einer roten Ampel zum stehen kamen. Ein zufällig auf die Kreuzung kommender Polizist übernahm sofort die Verkehrsregelung, während wir das Auto samt Wohnwagen über die Kreuzung schoben. Zu unserem Glück ging es hier leicht bergab und wir schafften es den Wagen noch einmal anzuschieben und so eine nahe Tankstelle zu erreichten. Dort versorgten wir uns erst mal mit kalten Getränken und verständigten den Pannendienst. Dieser brachte das Auto, nachdem er knapp einer Stunde später eingetroffen war, in eine kleine Werkstatt. Diese Werkstatt war aber so klein, das unser Problem für sie zu groß war

Für diese kleine Werkstatt war unser Problem zu groß und wir mußten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Kosten für diese Transaktion 244 KN (34,6 €)

Das Tankstellenpersonal meinte wir sollten bis Montag hier stehen bleiben und dann in eine Werkstatt fahren. Keine gute Idee wie wir fanden. 36° im Schatten und so kurz vor unserem Ziel auf einem Asphaltierten Parkplatz. Wir beschlossen Egon einen guten Bekannten und Freund vom SSV Ikarus anzurufen, der in Funtana seine letzten Urlaubstage verbrachte. Er erklärte sich sofort bereit uns abzuholen und war dann 30 Minuten später bei uns. Leider hatte er keine Anhängevorrichtung an seinem Auto. Also wieder einen Abschleppdienst organisieren, der das Auto und den Wohnwagen abschleppen kann. 45 Minuten später war es dann soweit. Auto auf dem Pannenwagen aufgeladen, Wohnwagen angehängt und ab ging’s das letzte Stück nach Funtana.

Kurz vor der Abfahrt von der Tankstelle in Novigrad nach Funtana.

Als wir in Funtana am Naturist Camping Istra (Update: Ist heute leider kein FKK Platz mehr) eintrafen staunten die Leute an der Rezeption nicht schlecht als unser Gespann mit dem Abschleppwagen vorfuhr. Nachdem die Anmeldung erfolgt war stellten wir den Wohnwagen auf den ersten freien Platz den wir ergattern konnten und ich bezahlte 880 KN (124,7€) für den Abschleppwagen.
Später erklärte man mir an der Rezeption, das der Platz auf dem wir standen noch bis Sonntag 11 Uhr reserviert ist und wir womöglich weg müssen, sollte der Gast eintreffen.
Wir beschlossen es darauf ankommen zu lassen und ließen den Wohnwagen fürs erste da wo er war.
Am Sonntagmorgen besahen wir uns den Campingplatz genauer und fanden einen schönen Platz der frei war und ließen uns mit einem Traktor dorthin schleppen. Nachdem ich die Autobatterie die ganze nacht geladen hatte, konnte ich den Wagen selbst auf unseren neuen Stellplatz fahren. Nach dem Frühstück richteten wir unseren Platz gemütlich ein und gegossen den sonnigen Tag und das warme Meer.

Unser Stellplatz und der sollte es die nächsten 20 Tage auch bleiben.

Am Montag kontaktierte ich den Werkstättenmeister unserer Werksatt und erklärte ihm unser Problem worauf er mir mitteilte, das es die Lichtmaschine ist die versucht uns den Urlaub zu vermiesen.
Also wieder den Abschleppdienst anrufen, Auto aufladen und ab in die Werkstatt.
Nach einer Wartezeit von 5 Stunden erklärt mir der Chef, das die Lichtmaschine kaputt sei, und die Lieferzeit für eine neue Lichtmaschine 3 Tage betragen würde. Das konnte es doch nicht sein, das eine Lichtmaschine die aus Triest kommt (ca. 80 Km entfernt) 3 Tage benötigt um einzutreffen. Außerdem konnte ich annehmen das daraus erhebliche Kosten entstehen würden. Darum beschloß ich den ÖAMTC Schutzbrief in Anspruch zu nehmen.
Anruf in der ÖAMTC Notrufzentrale. Der freundliche Herr erklärt mir, das die Lichtmaschine bestellt wird, das dauert einen Tag, und dann innerhalb eines Werktages ausgeliefert wird.
Das hört sich doch gut an, Lichtmaschine kommt in 2 Tagen und die kosten werden im voraus vom ÖAMTC getragen. Leider dauerte es dann doch bis Donnerstag Abend bis sie eingetroffen ist, der kroatische Pannendienst (HAK) hatte sie in eine falsche Werkstatt geliefert.
Es traf uns nicht wirklich, das der Wagen fast die ganze Woche in der Werkstatt stand.
Auf dem Campingplatz gibt es einen Supermarkt, Restaurant, Grillstube, Obststand und alles andere was man benötigt. Wir waren also nicht auf das Auto angewiesen. Funtana ist nur wenige Gehminuten entfernt und hier gab es so viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten, das man kein Auto benötigt.
Das Wetter war die ganze Zeit traumhaft und wir verbrachten den ganzen Tag mit Baden und Schnorcheln.

Fotos vom schnorcheln, ganz Rechts das Kinderbecken.

Wie man an den Fotos sieht hatten wir eine menge Spaß und es gab immer etwas neues zu entdecken. So verging die erste Woche wie im Flug und wir freuten uns schon auf die Ankunft von Rup, Maria, Elfi und Christian, die am Samstag Vormittag um 9 Uhr auf dem Campingplatz eintrafen. Zeltaufbau, Baden und am Abend Essen gehen. Der Sonntag ist ein Regentag. Es regnet immer so klein dahin, bis es am Abend wieder schöner wurde. Am Montag Badewetter. Wir fahren mit dem Rad nach Porec besichtigen die Stadt und machen einen Einkaufsbummel. Wieder am Campingplatz angekommen ist Baden angesagt.

Fotos von Porec

Porec ist eine alte Stadt mit einem besonderem Flair, vielen netten Geschäften und noch mehr engen Gassen.

Als wir eines Abends in Richtung Campingplatz gingen fragte mich Thomas warum man zum betreten des Campingplatzes einen Passierschein braucht. Daraufhin sagte ich ihm, das ist so damit nicht jedes Weichei reinkommt. Darauf meinte er “Nur wir” worauf wir alle lachen mußten. Thomas war es nicht bewußt, das er uns eben als “Weichei” bezeichnet hatte. Wir besuchten auch den FKK-Platz Monsena bei Rovinj. Nach einem kurzen Rundgang mußten wir feststellen, dass uns der Platz nicht zusagt. Überfüllt, keine ausreichend großen Stellplätze, kein schöner Badestrand und beim Meer starke Geruchsbelästigung durch eine Mülldeponie. Anschließend besuchten wir Rovinj dabei bestiegen wir auch den Turm der berühmten Kirche der Hl. Euphemia. Wir mußte nüber eine steile Holztreppe, wurden aber durch einen schönen Ausblick auf Rovinj belohnt.

Bilder von Rovinj

Am Samstag Abend bekommt Claudia starke Schmerzen beim Ohr, auch ihre Temperatur steigt. Erwin und Sissi ein befreundetes Ehepaar aus Gänserndorf geben uns fiebersenkende Tabletten, die schnell zu wirken beginnen. Wir machen uns dann noch einen gemütlichen Abend mit den beiden und können sie als Mitglieder für den Mostviertler FKK Sportverein (Update: Den Verein gibt es nicht mehr) gewinnen. Am Montag besuche ich mit Claudia eine Zahnärztin, die uns aber sagt, das die Schmerzen nicht vom Zahn, sondern vom Ohr kommen. Also besuchen wir die Arztpraxis in Funtana (bei der Post täglich von 12 bis 15 Uhr mit einer deutsch sprechenden Ärztin besetzt). Diese erklärt uns das es sich um eine Mittelohrentzündung handelt und verschreibt uns Antibiotika, das wir von der Apotheke in Porec hohlen. (Kosten Arztbesuch 100 KN (14,1€), Medikamente 160 KN(22,56€). Elfi und Christian fuhren wieder Nachhause obwohl eigentlich 2 Wochen Urlaub geplant waren. Christian meinte es währe ihm zu Heiß!? Für Elfi die noch gerne geblieben währe, war es ein sehr schwerer Abschied. Am Dienstag waren die Schmerzen von Claudia schon fast weg und wir beschlossen die  Grotte in Baredine zu besichtigen. Eine wunderschöne Grotte nur ein paar Kilometer von Porec entfernt. Gleich beim Einstieg in ca. 5 Meter tiefe sehen wir drei Grottenkröten (lat. buf buf) und am Ende der 40 Minuten dauernden Führung sehen wir den Grottenolm (lat. Proteus anguinus). Dieses 35 cm langes und bis zu 100 Jahre altes Tier lebt in einer Tiefe von 50 Meter unter der Erde. In der Grotte ist Fotografieren verboten, aber es gibt auch außerhalb einiges zu sehen.

Bei der Grotte.

Bei diesen Bildern sieht man auch schön die rote Erde, die ihre Farbe vom darin enthaltenen Eisen hat. Diese rote Erde trägt den Namen “Terra Rosa”. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 40 KN (5,64€), für Kinder 25 KN (3,38€). Nach dem Besuch der Grotte beschlossen wir nach Pula zu fahren und uns die Stadt mit ihren alten Gebäude aus der Römer – und Kaiserzeit anzusehen.

Aber die Hauptattraktion von Pula ist immer noch das Kolosseum. Es ist das schönst erhaltenste auf der Welt. Die Ausmaße sind einfach imposant. Eintritt Erwachsene 16 KN (2,26 €), Kinder 8 KN(1,13€).

Ein imposantes Bauwerk und ein bautechnisches Wunderwerk.

Am Abend gemütlicher Grillabend am Campingplatz mit Live-Musik und einer Vorführung Kroatischer Tanzkunst von einer Kroatischen Volkstanzgruppe aus Pula. Zuvor aber gab es noch die Preisverleihung, für die Kinder die beim Miniclub bei den Spielen ohne Grenzen mitgemacht hatten. Claudia schaffte mit ihrer Gruppe Platz 3, Thomas Platz 1. Die Preise waren 1 Stunde Minigolf bzw. 1 Stunde Tretboot fahre.

Die Volkstanzgruppe aus Pula. Unten rechts: Mit Spanferkel zum Abendbrot, leidest du an keiner Hungersnot.

Und so geschah es das die drei Urlaubswochen schneller vergingen als uns lieb war und wir mußten daran denken unsere Zelte abzubrechen. Zum Schluß noch ein paar Bilder die uns noch lange an diesen schönen Urlaub erinnern werden.

Unten Rechts: Das war für 3 Wochen unsere Privatinsel. 🙂

Der Strand war sauber und nie überfüllt. Man hatte immer ausreichend Liegeplätze. Das Wasser hatte eine Temperatur zwischen 25° und 27°, die Wasserqualität war sehr gut und die Leute immer freundlich, die Atmosphäre sehr angenehm.

Die allerletzten Bilder aus Kroatien zeigen die Süßwasserquellen von Funtana. Diese stammen aus einer Zeit, wo die Häuser noch keinen eigenen Brunnen hatten und die Leute zu diesen Quellen kamen um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Ich habe während unserem Aufenthalt ein paar Mal gesehen, das die Quellen auch heute noch genützt werden. Ganz zum Schluß noch ein Bild von einem Autobahn WC. Dieses Bild haben wir auf einem Autobahnstück zwischen Porec und Pula aufgenommen. Ich finde dieses WC aus dem Grund erwähnenswert, da ich auf einer Autobahn noch nie ein so sauberes WC gesehen habe.(Nicht einmal in Österreich!)

Leider war es das auch schon aus Kroatien. Am Donnerstag um 9 Uhr früh hieß es endgültig abschied nehmen. Wir bezahlten den Campingplatz 3446 KN (485,8€) für 20 Tage und nahmen Abschied von Rup und Maria, die ja noch eine Woche blieben. Einen kleinen Lichtblick den wir hatten als wir wieder über Triest Nachhause fuhren, war das wir in Kärnten am Keutschacher See einen Zwischenstop einlegen würden um unsere guten Freunde Dieter und Doris zu treffen. Wir stellten den Wohnwagen am Müllerhof ab, gingen Essen und besuchten anschließend unsere Freunde, die wie immer auf dem FKK Kleingelände ihren Urlaub verbrachten. Die Freude war auf beiden Seiten groß als wir uns wieder sahen. Wir verabredeten uns zu einem Abendessen beim Mostheurigen Buchsbaum am Pyramidenkogel. Am Freitag Nachmittag als wir Dieter und Doris wieder auf dem Kleingelände besuchten, kam Friedl und bedauerte was im vorigem Jahr passiert ist und entschuldigte sich dafür. Er bot uns an, wieder bei ihm Urlaub zu machen und er würde uns auch die eine Woche weniger verrechnen. Ein Angebot das wir sicher Überlegen werden. Am Abend kamen unsere Freunde zu uns auf den Müllerhof und wir beendeten unser treffen mit einem Gläschen Wein. Am Samstag war dann endgültig Schluß mit Urlaub. Nachdem Dieter und Doris bereits um 7 Uhr abgefahren sind, traten wir um kurz vor 8 Uhr ebenfalls die Heimreise an. Es war auch diesmal wieder ein Urlaub mit Pannen und auch diesmal ist es trotz Startschwierigkeiten wieder ein schöner Urlaub gewesen.