Montenegro 2010 (10)

19.Juni 2010
Albanien

Wir beschließen mit dem Bus nach Ulcinj zu fahren. Pünktlich um 9 Uhr stehen wir vor der Rezeption und warten.
Kommt ein deutsches Paar, stürmt in die Rezeption und verlangt die Ausweise, sie wollen nach Albanien fahren.
Als sie wieder raus kommen, fragen sie uns, ob wir auch auf den Bus nach Albanien warten.
Nein, wir fahren mit dem Bus in die Stadt. Heute nicht, so wird uns erklärt. Heute fährt der Bus nach Albanien.
Corinna und ich sehen uns an. Rein in die Rezeption unsere Pässe geholt, raus und gleich rein in den Bus.
Da soll mal einer sagen wir seien nicht Spontan. 🙂
Vor fünf Minuten wussten wir noch gar nichts von einem Bus nach Albanien und schon saßen wir drinnen. 🙂
Wir teilten uns den Bus mit 9 Deutschen und 2 Russen.
Übrigends, das deutsch Paar das uns von der Busreise erzählte, durfte nicht mitfahren. Sie waren nur mit einem Personalausweis unterwegs. Zur Einreise nach Albanien wird aber ein Pass benötigt.
Während der ersten Minuten Busfahrt erfuhren wir unser Ziel und die Kosten.
Das Ziel ist die Kleinstadt Kruje und die Kosten betragen 40 Euro pro Nase. Zurück am Campingplatz, so gegen 18 Uhr.
Der gut deutsch sprechende Fahrer stoppt immer wieder, um uns auf das eine oder andere aufmerksam zu machen.

Er erklärt uns, dass der Grenzaufenthalt etwas dauern kann. Aber mit 5 Euro „Beschleunigungsgeld“ pro Paar, kann man das Ganze verkürzen. Also wird gleich mal abkassiert und nach ungefähr 20 Minuten, haben wir die Grenze zu Albanien passiert.

Erschreckend, wie sich das Landschaftsbild innerhalb von wenigen Kilometern ändert. Überall liegt Müll, jedes Gewässer ist auf das ärgste verschmutz, Slums, Bettler und Häuser die jeder Beschreibung spotten.
Die meisten Autos würde bei uns nicht mal mehr der Schrotthändler nehmen. Es wäre zu wenig Blech vorhanden, nur mehr Rost.
Es stinkt überall nach Müll. Grauenhaft.


Schweine laufen auf den Müllbergen neben der Straße und suchen nach fressbarem.
Im Foto unten habe ich sie etwas heraus vergrößert.


Bunkeranlagen der Straße entlang. Alle paar Kilometer sind sie in 3er Gruppen zu sehen. Der Busfahrer sagte uns, dass die meisten beim Bau der Straße entfernt wurden. Wir sahen aber noch Reste von dutzenden solcher Anlagen in Gärten und neben der Straße.


Im Bild oben, sieht man eine Fischsperre. Hier sind Netze über den ganzen Fluss verteilt, so dass alle Fische, die vom Shkodër See kommen, ab einer bestimmten Größe gefangen werden.



Die Brücke über den Fluss schaut so aus. Eine Eisenkonstruktion mit Holzbrettern, die verdächtig knirschten und schwankten.

Nachdem wir die ersten „größeren“ Ortschaften passiert hatten, sah man auch etwas mehr „Wohlstand“
Hier findet man extreme Armut und Reichtum nebeneinander.
Eine Moschee.
Ein neues Hotel bei Shkodër.

Der Untergang der Titanic. Das ist eine Aufblasbare Kinderrutsche nach Shkodër.

Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Hier können wir zwei Museen besichtigen. Besser gesagt könnten. Beide Museen hatten geschlossen.
Bilder von Kruje

Bevor wir uns aber in das Stadtgetümmel warfen, brauchten wir Geld. Ich entdeckte eine Raiffeisen Bank. Also gleich mal hin.
Super eine Tafel mit aktuellen Wechselkursen. 1 Euro sind 137 LEKE.
Als mich der Geldautomat fragte wie viel Geld ich beheben will, war ich etwas Ratlos.
Wie viel Geld braucht man da? 1.000, 5.000 oder gar 15.000 LEKE?
Schnell den Wechselkurs ins Handy eingegeben. 5.000 LEKE sind rund 36 Euro, das müsste reichen.

Zurück bei der Gruppe sagte mein deutscher Sitznachbar zu mir, ich solle da in der Wechselstube Geld wechseln. 10 Euro würden reichen.
Ich sagte ihm, dass ich eben vom Bankomat Geld behoben hätte. Er war ganz entsetzt. Hier wirst du ja voll beschießen mit den Bankgebühren.
Von wegen beschieß. Natürlich verlangen die eine Behebungsgebühr, aber die Wechselstube nimmt auch. In der Wechselstube gab es für 10 Euro 1270 LEKE. Also gleich mal um 100 LEKE weniger als auf der Bank. Aber richtig geschröpft wurde er erst später. 🙂





Wir schlenderten erst durch eine Straße, in dieser gab es Flohmarkt und Souvenirs.
Ober besser gesagt Ramsch.

Rein in die erste Kneipe. Ein großes Bier und eine Cola für umgerechnet 1 Euro. Das kann sich sehen lassen. Bier ist gut, gleich noch eines. 🙂





Wir gehen die Straße weiter und schauen uns von außen ein paar alte Gebäude und das Museum an.

Später kauften wir uns Eis, Kaffee und Mehlspeisen, dann noch ein Bier. Schmeckt wirklich gut. :
Als der Wirt bemerkt, dass wir deutsch sprechen, stellt er den Fernseher, es läuft gerade Fußball, auf Deutsch um. Das wir antifußballer sind kann er ja nicht wissen. Ist aber ein netter Zug von ihm.
Dann ist es auch schon wieder Zeit zum Bus zu gehen.

Nach Gut 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir einen „Wasserpark“ beim Restaurant DEA, in der Nähe von Spathar.Hier hat ein Privatmann viel Geld in die Hand genommen und sein Speiselokal aufgepeppt.
In dem hauptsächlich auf Fischgerichte spezialisiertem Lokal kann man sehr gut und sehr günstig Essen, vorausgesetzt man zahlt mit LEKE 🙂
Wir hatten keine Lust auf Fisch.
Wir aßen Beefsteak. Ausgezeichnet und eine große Portion.
Beim Zahlen war unser deutscher Sitznachbar und Sparmeister dann etwas übler Laune.
Er zahlte für 2 Mineralwasser, eine Limo und 2 Salate 10 Euro. 🙁
Wir zahlten für 3 Bier, 1Cola, 2 Salate und 2 Beefsteak 2350 LEKE also 17 Euro. 🙂
Auch bei 2 Flaschen Skenderbeu Brandy sparten wir 1,50 Euro. Als wir dann noch eine Packung Zigaretten für unsern Sohn kauften, hatten wir die 5.000 LEKE bis auf 125 LEKE verbraucht. Dieses Kleingeld ließen wir dem Verkäufer als Trinkgeld.


Der Wasserpark. Hier werden auch Bären in Käfigen gehalten 🙁






Das Restaurant im Stiel einer Tropfsteinhöhle.
Beefsteak

Wieder im Bus hatte der deutsche Sitznachbar Zeit zum Rechnen, dann fand er die Idee mit dem Bankomat doch nicht so schlecht.

Auf der Rückfahrt sahen wir auch ein paar 1PSige Traktoren.

Noch ein paar Bilder.



Gegen 21 Uhr kamen wir wieder am Campingplatz an.
Wir waren froh diese spontane Entscheidung getroffen zu haben.
Hatten wir doch irgendwo im Hinterkopf die Idee über albanisches Gebiet unsere Rückreise nach Österreich anzutreten. Nach diesem Ausflug war das aber kein Thema mehr. Albanien ist, unserer Meinung nach, in frühestens 10 Jahren soweit, dass man es als Urlaubsland in Betracht zieht kann.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar