Montenegro 2010 (2)

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15.Juni 2010

Um 7 Uhr packen wir unsere Hab und Gut zusammen und verlassen den CP Galeb.
Wir nehmen die Küstenstraße und genießen bei herrlichem Wetter die Aussicht auf das Meer. Unser heutiges Ziel ist das Autocamp Monika. Gegen Mittag erreichen wir das Autocamp Monika. Beziehen einen Stellplatz direkt bei der Rezeption und stürmen, nachdem das WoMo am Strom hängt das Restaurant um Flüssigkeit und Nahrung aufzunehmen.
AC Monika
Update: Das Autocamp Monika hat nach unseren letzten Informationen geschlossen. Leider, war Nett dort.

Dabei machen wir eine echt lustige Beobachtung. Bereits in Dubrovnik beim Lidl standen wir neben einen 8 Meter Carthago aus Norwegen. Wir tauschen ein freundliches “Hallo” und gingen einkaufen. Vom einkaufen zurück ist der Carthago weg. Wir sehen ihn wieder am Camp Monika. Er steht vor der Rezeption.
Hat aber da keinen Platz. Er fährt rückwärts auf eine höhere Etage. Dauert natürlich eine Weile, mit diesem Riesen auf dem engen Platz. Während der Norweger sein Bestes gibt, stellen wir uns ab und gehen Essen.
Jetzt kommt´s.

Was macht man als erstes wenn man einen Stellplatz bezieht?
Satanlage aufstellen? Ein Bier trinken?
Falsch!
Autowaschen!
Die stehen keine zwei Minuten, auf einmal fangen sie an wie wild mit Bürste und Wasserschlauch ihr WoMo zu schrubben. Dabei wäre uns vorhin nicht aufgefallen, dass es schmutzig ist. 🙂
Wir sind schon lange mit dem Essen fertig, als sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind und auch essen gehen.

Campen ist lustig. Ich glaube das sagte ich schon mal. 🙂

Vom AC Monika spazieren wir der Küste entlang ins “Dorf”. Außer einem großem blühendem Kaktus und einem schönem Blick aufs Meer gibt es hier nicht viel zu berichten.


Das neueste Model von Mercedes. 🙂

AC Monika ist mehr ein Übernachtungs – Camp. Der Platz ist sehr Ruhig, das Restaurant günstig mit sehr gutem Essen. Es wird hier perfekt deutsch gesprochen.
Achtung! Hier ist nur Bares Wahres. EC, Visa und Co werden hier nicht angenommen. Wenn man Frühmorgens weg will, sollte man seine Schulden am Abend begleichen, die Betreiber sind Langschläfer und kommen erst ab 9 Uhr auf den Platz.
Leute die nicht auf enge Straßen stehen, sollten diesen Platz überhaupt meiden. 

16.Juni 2010

6 Uhr 30, wir liegen im Bett und schwitzen.
Hallooo, Stopp! Was denkt ihr?!
Wir machen weder Morgensport noch Bettgymnastik!!
Es ist einfach nur heiß! 28 Grad!
Raus aus dem Bett und zuerst ins Wasser. Danach Frühstücken, zusammenräumen, ins Wasser und ab durch die Mitte.
Um viertel nach sieben wecken wir den Diesel und verlassen den Platz.
Die meisten würden jetzt der Straße wieder bis zu Hauptstraße folgen dort rechts abbiegen und auf dieser dann Richtung Monte Negro fahren.
Naja, die meisten. Wir können das besser. 🙂
Man kann auch schon vor der Hauptstraße rechts abbiegen. Haben wir auch gemacht. 🙂 🙁
Ob das Gut war oder nicht, drüber lässt sich streiten. Die Straße ist gerade mal so breit wie das WoMo und man hat des öfteren Kontakt mit der Botanik. Auf dem Foto sieht man ein Stück der Straße.

Unten an der Stopptafel ging es derartig nach links hoch, dass unser Fahrradträger am Asphalt streifte und wir die Isolierung des Kabels für die Rückleuchten einbüßten. 🙁

Es gibt schlimmeres. Kennzeichenhalterung ausgebogen, Kabel gekürzt und alles Funkt wieder.

Dem Navi nach, fuhren wir zeitweise im Meer. 🙂

Aber was ist das den?! Ein Schranken versperrt den Weg.
Uhhps, das ist ja eine Grenze.
Der Zöllner war sichtlich überrascht als wir auftauchten.
Nach der Passkontrolle und ein paar, uns unverständlichen Worten, öffnete er händisch den Schranken und wir fuhren weiter.
Kurz darauf wieder ein Schranken. Wieder ein paar erstaunte Gesichter.
Der Zöllner war eben dabei mit einem Stock einen Heuschrecke an der Hauswand zu ärgern als wir in dabei störten.
Dafür nahm er die Passkontrolle sehr genau.
Pässe ins Lesegerät, Grüne Karte kontrolliert.
In der Zwischenzeit bekamen wir die Öko Plakette für 10 € verpasst, dann ging es auch schon weiter, wir waren in Montenegro.
Zwei Grenzen in weniger als 15 Minuten.

Ortstafel Herceg Novi, rechts weg und wir waren wieder auf der Straße die alle fahren. 🙂
Wir waren überrascht.
Im Internet wird viel über den Fahrstiel der Montenegriner geschimpft. Das können wir überhaupt nicht bestätigen.
Sie überhohlen zwar dort, wo die meisten Westeuropäer nicht überholen würden, aber wir wurden weder bedrängt noch irgendwie sonst auf eine weise genötigt

Der Küstenstraße folgend fuhren wir Richtung Kotor.
Es war so gut wie kein Verkehr, darum nahmen wir nicht die Fähre, sondern fuhren um die gesamte Bucht.

Ein Blick auf Kotor.

Wenn man stehen bleibt, kommt sofort Besuch.

Nach Kotor bogen wir links Richtung Lovcen – Centinje.
Wir wollen das Njegos Mausoleum am Lovcen besichtigen.
Auch hier gilt wieder, nicht alles was im Internet steht ist Richtig.
Ließt man doch, dass die Straße mehr als eng und sehr schlecht zu befahren ist.
Das war nicht unser Empfinden. Wir hatten in Frankreich wesentlich schlechter Straßen unter den Rädern!

Bei Gegenverkehr muss man schon bis auf wenige Zentimeter zur Steinmauer, auch kratzt die Botanik gelegentlich am Lack, aber wer wird denn gleich empfindlich sein?

Die Kehren sind schön zu befahren und die Steigung ist kein Problem.
Unser 75 PS Duc fuhr zwischen 2 und 3 Gang diesen Berg hoch.
Sollte ein Winnebago den Berg anfahren, würden wir empfehlen, dass von Richtung Centinje aus zu tun. Von hier kommen auch 3 Achsige Autobusse rauf. Es gibt hier viele Möglichkeiten um am Straßenrand stehenzubleiben. Man sollte das auch nutzen. Die Aussicht ins Tal, bzw. auf die Bucht, ist Grandios.

Hier zwei Fotos von der Straße. Eng ist anders.

Schneller als erwartet erreichten wir unser Ziel. Für die letzten Kilometer sind 2 € pro Person an Maut zu entrichten. Vor der Mautstraße haben wir noch einen Geocache gefunden.
Der Parkplatz beim Aufgang zum Mausoleum ist sehr klein. Schätze mal 25 Meter Durchmesser. Sollte man hier keinen Platz finden, was ab Mittag bzw. in der Hauptreisezeit sicher dar Fall ist, kann man ca. 150 Meter vorher Parken.

Über 400 Stufen geht es nun hoch. (fragt mich nicht, wie oft mir Corinna den Vogel gezeigt hat :-). Eins vorweg, zum Schluss hat es ihr dann doch gefallen.)

Auch hier gab es noch Schnee.

Auf der Aussichtsplattform trafen wir ein paar Pensionisten aus Salzburg, diese gaben uns den Tipp, Käse und Proschut gleich ein Stück unten am Kiosk zu kaufen. Sehr gut. Sie waren schon mehrmals hier und haben dort immer gekauft und waren gut bedient.
Diesen Rat folgend kauften wir am Kiosk ein und machten gleich mal Pause.

Centinje durchquerten wir mehrmals, fuhren vorbei an diversen Botschaften und Musen bevor es weiter Richtung Küste ging.
Obwohl hier reger Verkehr herrscht, ist auch hier nichts vom viel erwähntem schlechtem Fahrstiel zu bemerken.

Kleine Kirche in Centinje

Alle größeren Steigungen sind zweispurig und es gibt somit kein Problem mit dem Überholen (Überholt werden). Bei Budva kamen wir wieder ans Meer. Von der Bergstraße hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt sowie auf Sv. Stefan.

Sv. Stefan

Kurz vor Bar meldete unser TomTom einen Geocache. Den müssen wir uns doch holen. Unweit der Straße steht eine schöne Orthodoxe Kirche, bei dieser ist die begehrte Dose versteckt. Sie ist auch schnell gefunden, aber dann die Überraschung. Wir waren die ersten, die sie gefunden haben. 🙂 Update: Dieser Cache ist nicht mehr online.

Nach dem loggen, klauten wir uns noch ein paar süße Feigen und setzten unsere Reise fort.
In Bar stellten wir das WoMo neben der Straße ab und marschierten durch die Stadt. Einen Geocache mussten wir liegen lassen, es waren zu viele Leute am Platz und wir wären nicht unbeobachtet gewesen. Einen zweiten konnten wir uns aber holen. Und wieder eine kleine Sensation. Wir waren wieder die ersten. 🙂 Was für eine Freude. Gut das wir unsere Datenbank am AC Monika aktualisieren konnten.
Zwei FTF (First to Found) soweit von Zuhause weg ist fast unglaublich. Update: Auch dieser Cache ist nicht mehr online.

Ein paar Fotos von Bar

Autotransporter 🙂

Mit einem Eis als Belohnung ging es Richtung WoMo zurück. Jetzt dauerte unsere Fahrt nicht mehr lange.
Wir umfuhren Ulcinj kauften in einem Supermarkt ein und trafen am Nachmittag auf dem FKK Camp ADA, dem Ziel unserer Reise, ein.

Fluß Buna

17.Juni 2010

FKK Anlage ADA

An der Rezeption wir gut deutsch gesprochen. Preis für WoMo, 2 Personen, Strom, Kurtaxe 16 Euro pro Tag, egal wie lange man bleibt. Kein Rabatt.
Aber bei dem Preis wir auch nicht gejammert.
Die FKK Anlage besteht nicht nur aus dem Autocamp.
Hier kann man sich auch Appartements, Zimmer und kleine Ferienhäuschen mieten.

Angst hier keinen Stellplatz zu bekommen besteht nicht. Gerade mal 12 Einheiten, uns mitgerechnet, zählen wir. Von Stammgästen haben wir erfahren, dass auch in der Hochsaison immer genug Platz vorhanden ist. Das gilt auch für die Appartements.
Deutsche, Polen, Tschechen, Bulgaren, Italiener, Holländer und ein Amerikaner stehen auf dem Platz. Wir sind die einzigen die Österreich vertreten.

Unser Platz unterm Baum

Mittags wechseln wir den Standort. Ein schattiger Platz unter einem großen Baum wurde frei. Schattenplätze sind hier leider Mangelware.
Die Sanitäranlagen entsprechen dem Stand der 1960er Jahren. Bei den Türen fehlen zum Teil die Beschläge, versperrt werden sie mit Hacken.
Toiletten sind sauber, es gibt WC Papier und sogar Duftsteine sind vorhanden.
Die Duschen sind nur seitlich abgetrennt, an sonst offen. Wem kümmert es. Wir sind auf einem FKK Platz
Warmwasser ist reichlich vorhanden. Wobei der Begriff Warmwasser hier eine ganz andere Dimension hat.
Wir hatten bis jetzt noch auf keinem Campingplatz derartig heißes Wasser.
Keine Ahnung welche Energie hier verschwendet wird um das Wasser zum kochen zu bringen, aber davon ist auf jeden Fall reichlich vorhanden. Mit den Duschen kann man sich rund um die Uhr verbrühen.

Ein kleiner Laden neben der Rezeption bietet alles für den täglichen Gebrauch.
Was man hier nicht bekommt, besorgt man sich in Ulcinj. 2 mal täglich fährt ein Bus von hier in die Stadt. Preis 2,50 Euro je Richtung.
Will man nicht zu einer vorgegebenen Zeit fahren, ruft man sich ein Taxi. 15 Euro für die ca. 15 Kilometer in die Stadt.
Als wir zum Markt (immer Dienstag und Freitag) fahren wollten und den Mann an der Rezeption baten uns ein Taxi zu rufen, meinte er, wenn wir nicht warten wollen, könnte uns auch ein Mitarbeiter fahren.
Gesagt getan. Ein Mitarbeiter brachte uns mit seinem neuen VW Golf in die Stadt. Als Preis wurde der Taxipreis vereinbart.

Ulcinj
Ulcinj kann man schon fast als Großstadt bezeichnen. Hier bekommt man alles. Unzählige Geschäfte, kleine Läden, Gasthäuser und Pubs.

Hier wird an jeder Ecke gebaut und repariert. Neue Gehsteige angelegt, Wege neu gepflastert, Häuser renoviert.
Wenn wir sagen “Hier bekommt man alles” so stimmt das nicht ganz. Was man hier nicht bekommt, ist einen Parkplatz. Hier mit dem WoMo reinzufahren, würden wir uns zweimal überlegen.

Wir laufen kreuz und quer durch die Straßen der Stadt. Ich das Netbook in der Hand um freies W-Lan aufzustöbern. Aber ganz so rückständig sind sie dann doch nicht, die Montenegriner. W-Lan gibt es genug, aber alles verschlüsselt. 🙁

Als wir vor einem Handyshop stehen, kommt ein junger Mann von der anderen Straßenseite angesaust und fragt uns, wie er helfen könne.
Ich erklärte ihm, dass ich erfolglos nach freiem W-Lan suche.
Er meinte hier sollte es aber gehen. Ein Mieter über ihm, habe offenes Netz.
Wir sollen zu ihm ins Geschäft kommen und es mal da probieren. Kaum waren wir drinnen, bot er uns sofort was zum trinken an, und entschuldigte sich dabei, das er nur Wasser im Geschäft habe.
Als wir dankend annahmen, öffnete er eine neue Flasche Mineralwasser füllte damit zwei neue Becher und reicht uns diese. Ein Service, dem man in Österreich nicht finden wird.

Da das freie Netzwerk aber auch hier nicht verfügbar war, fragte ich nach einem USB W-Lan Stick. Hat er leider nicht. Er konnte uns aber den Weg zu einem T-Mobile Shop zeigen, wo wir diesen Stick dann auch bekamen. Wir klapperten noch ein paar Geschäfte ab schauten uns am Markt um und als wir endlich soviel gekauft hatten, dass wir es nicht mehr tragen konnten, fuhren wir mit dem Taxi zurück.

18.Juni 2010

Bei herrlichem Wetter ging es an den Strand.
Normalerweise sind wir keine Freunde von einem Sandstrand. Dieser hier ist aber was Besonderes.

Von Überfüllung kann man hier nicht sprechen. 🙂
Hier sitzt die Strandaufsicht.
Da sieht man deutlich, wie das Meer den Strand abgräbt.

Weil schon öfters gewünscht, hier ein paar Bilder wo Corinna nackt zu sehen ist.
Das man nicht mehr sieht, liegt nicht an mir. Daran ist die Adria schuld 🙂 Jedesmal als ich auf den Auslöser drückte, bäumte sich das Wasser auf.
Vielleicht ein andermal.

Übrigens. Als wir die Fotos machten, dauerte es keine 3 Minuten, da war auch schon die Strandaufsicht da und erklärte uns, keine Fotos zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends.
Hier werden die Strandvorschriften noch kontrolliert. Hier läuft auch niemand mit Wäsche herum, wie das an den meisten kroatischen FKK Plätzen und Stränden bereits üblich.

An diesem Strand kann man weit hinaus ins Wasser gehen, und hat immer diesen Sand unter den Füßen, ohne Muscheln, Seeigeln und anderem lästigem Zeugs. Aber das wirklich schöne daran ist, dass das Wasser trotzdem klar ist. Dieser feine, fast schwarze, Sand ist sehr schwer. So wird dieser nur in der Brandungszone aufgewirbelt. Einen Meter weiter Richtung Meer und das Wasser ist wieder klar.
Obwohl hier kostengünstige Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung stehen (2 Liegen mit Schirm 5 Euro), zogen wir uns nach dem Baden immer auf den Campingplatz zurück (ca. 120 Meter). Hier im Schatten des Baumes ist die Hitze erträglicher.

Immer nur Baden und Faul herumliegen wir mit der Zeit auch langweilig. Was macht man(n) wen einem langweilig wird? Man geht klauen 🙂
Man klaut sich diese herrlichen süßen Früchte. Mit diesen schwarzen Feigen könnte ich mich dumm und dämlich fressen. Irgendwann hat man aber soviele dieser Früchte, dass man sie gar nicht mehr alle essen kann. Ein neuer Plan muss her.
Also beschließe ich diese Dinger einzukochen.
Mit einem Mixer püriert, rein in den Topf, Zucker dazu aufkochen, umrühren und schon hat man frische selbst gemachte Marmelade und keine Langeweile mehr.

19.Juni 2010
Albanien 

Wir beschließen mit dem Bus nach Ulcinj zu fahren. Pünktlich um 9 Uhr stehen wir vor der Rezeption und warten.
Kommt ein deutsches Paar, stürmt in die Rezeption und verlangt die Ausweise, sie wollen nach Albanien fahren.
Als sie wieder raus kommen, fragen sie uns, ob wir auch auf den Bus nach Albanien warten.
Nein, wir fahren mit dem Bus in die Stadt. Heute nicht, so wird uns erklärt. Heute fährt der Bus nach Albanien.
Corinna und ich sehen uns an. Rein in die Rezeption unsere Pässe geholt, raus und gleich rein in den Bus.
Da soll mal einer sagen wir seien nicht Spontan. 🙂
Vor fünf Minuten wussten wir noch gar nichts von einem Bus nach Albanien und schon saßen wir drinnen. 🙂
Wir teilten uns den Bus mit 9 Deutschen und 2 Russen.
Übrigends, das deutsch Paar das uns von der Busreise erzählte, durfte nicht mitfahren. Sie waren nur mit einem Personalausweis unterwegs. Zur Einreise nach Albanien wird aber ein Pass benötigt.
Während der ersten Minuten Busfahrt erfuhren wir unser Ziel und die Kosten.
Das Ziel ist die Kleinstadt Kruje und die Kosten betragen 40 Euro pro Nase. Zurück am Campingplatz, so gegen 18 Uhr.
Der gut deutsch sprechende Fahrer stoppt immer wieder, um uns auf das eine oder andere aufmerksam zu machen.

Er erklärt uns, dass der Grenzaufenthalt etwas dauern kann. Aber mit 5 Euro “Beschleunigungsgeld” pro Paar, kann man das Ganze verkürzen. Also wird gleich mal abkassiert und nach ungefähr 20 Minuten, haben wir die Grenze zu Albanien passiert.

Erschreckend, wie sich das Landschaftsbild innerhalb von wenigen Kilometern ändert. Überall liegt Müll, jedes Gewässer ist auf das ärgste verschmutz, Slums, Bettler und Häuser die jeder Beschreibung spotten.
Die meisten Autos würde bei uns nicht mal mehr der Schrotthändler nehmen. Es wäre zu wenig Blech vorhanden, nur mehr Rost.
Es stinkt überall nach Müll. Grauenhaft.

Schweine laufen auf den Müllbergen neben der Straße und suchen nach fressbarem.
Im Foto rechts habe ich sie etwas heraus vergrößert.

Bunkeranlagen der Straße entlang. Alle paar Kilometer sind sie in 3er Gruppen zu sehen. Der Busfahrer sagte uns, dass die meisten beim Bau der Straße entfernt wurden. Wir sahen aber noch Reste von dutzenden solcher Anlagen in Gärten und neben der Straße.

Im folgendem Bild sieht man eine Fischsperre. Hier sind Netze über den ganzen Fluss verteilt, so dass alle Fische, die vom Shkodër See kommen, ab einer bestimmten Größe gefangen werden.

Die Brücke über den Fluss schaut so aus. Eine Eisenkonstruktion mit Holzbrettern, die verdächtig knirschten und schwankten.

Nachdem wir die ersten “größeren” Ortschaften passiert hatten, sah man auch etwas mehr “Wohlstand”
Hier findet man extreme Armut und Reichtum nebeneinander.

Eine Moschee
Ein neues Hotel bei Shkodër.
Der Untergang der Titanic. Das ist eine Aufblasbare Kinderrutsche nach Shkodër.

Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Hier können wir zwei Museen besichtigen. Besser gesagt könnten. Beide Museen hatten geschlossen.

Fotos von Kruje

Bevor wir uns aber in das Stadtgetümmel warfen, brauchten wir Geld. Ich entdeckte eine Raiffeisen Bank. Also gleich mal hin.
Super eine Tafel mit aktuellen Wechselkursen. 1 Euro sind 137 LEKE.
Als mich der Geldautomat fragte wie viel Geld ich beheben will, war ich etwas Ratlos.
Wie viel Geld braucht man da? 1.000, 5.000 oder gar 15.000 LEKE?
Schnell den Wechselkurs ins Handy eingegeben. 5.000 LEKE sind rund 36 Euro, das müsste reichen.

Zurück bei der Gruppe sagte mein deutscher Sitznachbar zu mir, ich solle da in der Wechselstube Geld wechseln. 10 Euro würden reichen.
Ich sagte ihm, dass ich eben vom Bankomat Geld behoben hätte. Er war ganz entsetzt. Hier wirst du ja voll beschießen mit den Bankgebühren.
Von wegen beschieß. Natürlich verlangen die eine Behebungsgebühr, aber die Wechselstube nimmt auch. In der Wechselstube gab es für 10 Euro 1270 LEKE. Also gleich mal um 100 LEKE weniger als auf der Bank. Aber richtig geschröpft wurde er erst später. 🙂

Wir schlenderten erst durch eine Straße, in dieser gab es Flohmarkt und Souvenirs.
Ober besser gesagt Ramsch.

Rein in die erste Kneipe. Ein großes Bier und eine Cola für umgerechnet 1 Euro. Das kann sich sehen lassen. Bier ist gut, gleich noch eines. 🙂

Wir gehen die Straße weiter und schauen uns von außen ein paar alte Gebäude und das Museum an.

Später kauften wir uns Eis, Kaffee und Mehlspeisen, dann noch ein Bier. Schmeckt wirklich gut. 🙂
Als der Wirt bemerkt, dass wir deutsch sprechen, stellt er den Fernseher, es läuft gerade Fußball, auf Deutsch um. Das wir Antifußballer sind kann er ja nicht wissen. Ist aber ein netter Zug von ihm.
Dann ist es auch schon wieder Zeit zum Bus zu gehen.

Nach Gut 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir einen “Wasserpark” beim Restaurant DEA, in der Nähe von Spathar. Hier hat ein Privatmann viel Geld in die Hand genommen und sein Speiselokal aufgepeppt.
In dem hauptsächlich auf Fischgerichte spezialisiertem Lokal kann man sehr gut und sehr günstig Essen, vorausgesetzt man zahlt mit LEKE 🙂
Wir hatten keine Lust auf Fisch.
Wir aßen Beefsteak. Ausgezeichnet und eine große Portion.
Beim Zahlen war unser deutscher Sitznachbar und Sparmeister dann etwas übler Laune.
Er zahlte für 2 Mineralwasser, eine Limo und 2 Salate 10 Euro. 🙁 🙂
Wir zahlten für 3 Bier, 1Cola, 2 Salate und 2 Beefsteak 2350 LEKE also 17 Euro. 🙂
Auch bei 2 Flaschen Skenderbeu Brandy sparten wir 1,50 Euro. Als wir dann noch eine Packung Zigaretten für unsern Sohn kauften, hatten wir die 5.000 LEKE bis auf 125 LEKE verbraucht. Dieses Kleingeld ließen wir dem Verkäufer als Trinkgeld.

Der Wasserpark.
Beefsteak

Wieder im Bus hatte der deutsche Sitznachbar Zeit zum Rechnen, dann fand er die Idee mit dem Bankomat doch nicht so schlecht. 🙂

Auf der Rückfahrt sahen wir auch ein paar 1PSige Traktoren. 🙂

Gegen 21 Uhr kamen wir wieder am Campingplatz an.
Wir waren froh diese spontane Entscheidung getroffen zu haben.
Hatten wir doch irgendwo im Hinterkopf die Idee über albanisches Gebiet unsere Rückreise nach Österreich anzutreten. Nach diesem Ausflug war das aber kein Thema mehr. Albanien ist, unserer Meinung nach, in frühestens 10 Jahren soweit, dass man es als Urlaubsland in Betracht zieht kann.